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Die alles andere als aktuelle Filmkritik

Letzthin kam der Film "Prometheus" im Fernsehen - und mir kam das Gefühl, ihn schon mal gesehen zu haben.
(Grübel.)
Stimmt, habe ich, und das schon vor drei Jahren, im Kino und in 3D.
Hier meine Filmkritik von damals:

Nachmittagsvorstellungen im Kino werden ja häufig von Minderjährigen bevölkert, anders diesmal: Graubärte in großer Zahl (nicht wenige davon mit Plastiktüten bepackt, da offenbar Einkaufsbummel mit Kinobesuch kombinierend), Leute somit, die mutmaßlich 1979 den Ur-"Alien" gesehen haben und nun wissen wollen, was Ridley Scotts "Prometheus" der "Alien"-Saga hinzufügt bzw. (da als sog. Prequel konzipiert) voranstellt.

Bereits die ersten Filmminuten machen klar, dass es um nichts weniger als um ein Prequel der gesamten Menschheitsgeschichte geht, der Film will also in der "2001-Odyssee-im-Weltraum"-Liga spielen, mit dem Unterschied, dass diesmal kein schwarzer Monolith, sondern ein kalkweiß angemalter Außerirdischer (nebst identisch aussehender Kumpel) mit dem Gesicht (und den Muskeln) einer antiken griechisch-römischen Marmorstatue die frühe Menschheit lenkt, nein, sogar komplett erschafft, um sie dann mit Hilfe von als Waffe gezüchteten "Alien"-Monstern zu vernichten (und dabei versehentlich selbst drauf zu gehen).

Kreatonismus also - allerdings keiner von der christlichen Sorte - , nichts mit Darwinscher Evolution.

Letzteres hätte ich eigentlich von einem Science-(!)-Fiction-Film erwartet.

Okay, dafür gibt es zum Ausgleich ein 3-D-Feuerwerk an Special Effects, gespickt mit formalen und inhaltlichen Reminiszenzen an den ersten "Alien"-Film (inklusive einiger Insider-Gags für Cineasten).

Ein klarerer Spannungsbogen, -aufbau wäre allerdings wünschenswert gewesen, so ist es eher ein ständiges Auf und Ab, eine Aneinanderreihung von opulent-knalligen Szenen im Wechsel mit komplentativen Momenten geworden, die nach etwa der Hälfte des Films durchaus ermüdend wirkt.

Außerdem hätte man dem Schauspieler, der den bösen greisen Weyland-Corp.-Boss spielt, eine bessere Latex-Maske spendieren sollen - oder war das ansonsten unübersehbar opulente Budget da bereits verpulvert?

Interessant übrigens die im Film gezeigte Zukunftstechnik.

Schon der 1979er "Alien"-Film hat ja (damalige) Alltagstechnik weiter geschrieben, somit der Film-Kulisse (im Gegensatz zu den bis dato üblichen Science-Fiction-Filmen) einen realistischen Anstrich gegeben.

Mittlerweile ist die tatsächliche Alltagstechnik weiter (es gibt etwa keine Röhrenbildschirme mehr, wie sie noch im 1979er-"Alien"-Cockpit zu sehen waren) - seltsamerweise weiter als die in "Prometheus" (die in den Jahren 2089 ff. angesiedelt ist):

Der Film selbst wird in bester digitaler 3-D-Technik im Kino dargeboten, während innerhalb der Filmhandlung, also in der fiktiven, fernen "Prometheus"-Zukunft, die 3-D-Hologramme der (technisch überlegenen) Außerirdischen verrauscht und grieselig sind.

Vielleicht eine ganz neue Art von Science Fiction?

Eine, die die Rück- und nicht die Fortschritte, zumindest aber die Anders-Schritte in der technischen Entwicklung zeigt/prognostiziert?

Vielleicht ein neuer Trend (ein bißchen wie Steam Punk, nur etwas weniger durchgeknallt).
12.4.15 11:20


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